In einem emotionalen sowie torreichen Spiel behält Liberec die Oberhand und hat nun zwei Matchbälle

L i b e r e c - Dieses zweite Spiel war eine Steigerung zu dem am Vortag. Die Zuschauer bereuten ihr kommen nicht, denn sie sahen eine abwechslungsreiche Partie mit insgesamt elf Toren. Liberec erwischte einen guten Start und ging früh in Führung. Kurz vor dem Ende des ersten Drittels konnten die Gäste ausgleichen und starteten ihrerseits das Mitteldrittel aktiver mit mehr Durchsetzungsvermögen in der Offensive. Die Weißen Tiger machten zu viele Fehler in der eigenen Defensive und verloren dieses Drittel deutlich. Im letzten Drittel hieß es somit einen Rückstand von zwei Toren zu egalisieren, um auch das zweite Heimspiel erfolgreich gestalten zu können. Innerhalb von fünf Minuten drehte die Mannschaft das Spiel und lag wieder in Führung. Petr Sailer konnte für den HC Mountfield zwar noch einmal ausgleichen, doch der Siegtreffer gelang Lukáš Derner nur 49 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit.

10.3.2010 | Riccardo Bittner
 
 
Spiel 2. Vorrunde Play-offs: Bílí Tygři Liberec vs. HC Mountfield 6:5

Bílí Tygři Liberec: Pinc - Hunkes, Výtisk, Čakajík, Jareš, Moravec, Derner, Rýgl - Klimenta, Nedvěd, Nedorost - Bartovič, Podkonický, Matějovský - Plodek, Kašpařík, Víšek - Ondřej, Blatný, Špaček.

HC Mountfield: Turek - Ptáček, Tůma, Snopek, Gřegořek, L. Poživil, Melichar - Gulaš, Mikeska, Pletka - Veselý, Vak, L. Květoň - M. Hudec, Šimánek, Melichárek - Micka, Sailer, Kotrla.

Torschützen: 2. Víšek (Kašpařík, Plodek), 31. Podkonický (Bartovič, Čakajík), 40. Bartovič (Výtisk), 43. Podkonický (Nedorost, Nedvěd), 45. Kašpařík (Podkonický), 60. Derner (Ondřej) - 19. Ptáček (Vak, Veselý), 22. M. Hudec, 32. Gřegořek (Ptáček, Gulaš), 36. Melichárek (Kotrla), 53. Sailer. Schiedsrichter: Homola, Polák - Barvíř, Blümel. Strafen: 9:7. Ausnutzung: 3:2. Zuschauer: 4041. Torschüsse: 36:34. Spielstände: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:4, 5:4, 5:5, 6:5.

Knappe 24 Stunden nach dem ersten Aufeinandertreffen beider Teams ging es heute in das zweite Spiel der Vorrunden Play-offs. Wie schon am Vortag kamen auch heute sehr wenige Zuschauer in die Arena um dieses Spiel zu verfolgen. Die anwesenden Fans werden ihr kommen aber nicht bereut haben, denn sie sahen eine spannende Partie. Bereits in der 2.Spielminute gab es Grund zum jubeln für die Weißen Tiger. Jan Plodek fuhr hinter dem Tor entlang und sah den gut postierten Pavel Kašpařík. Dessen Schuss konnte Roman Turek nicht festhalten und im nachsetzen brachte Jan Víšek sein Team früh in Führung. Liberec agierte danach konzentriert mit einigen guten Chancen. Es war in dieser frühen Phase schon ein sehr ansehnliches Spiel. Der Spielfluss der Weißen Tiger wurde nur durch viele Strafzeiten getrübt. In einem Play-off Spiel eher unüblich sprachen die Schiedsrichter, wie schon gestern, etliche Strafzeiten aufgrund kleinerer Vergehen aus. České Budějovice kam dadurch immer besser in diese Begegnung und wurde aktiver. Marek Pinc musste sehr wachsam sein, damit den Gästen nicht der schnelle Ausgleich gelingen konnte. Bei einem weiteren Überzahlspiel kurz vor dem Ende des ersten Drittels war aber auch er machtlos. Nach einem guten Powerplay passte Tomáš Vak auf den eingelaufenen František Ptáček, welcher durch seine Direktabnahme genau in den Winkel zum Ausgleich traf. Liberec spielte in der letzten Minute des Anfangsdrittels zum zweiten Mal in Überzahl, doch bis zur Schlusssirene konnten sie den erneuten Führungstreffer nicht erzielen.

Ab dem zweiten Drittel wurde das Match immer schwungvoller mit vielen guten Szenen und Spielzügen. Nachdem die Strafzeit kurz vor dem Ende des ersten Drittel für Michal Hudec abgelaufen war, nutzte er einen kapitalen Fehler durch Abwehrspieler Jiří Hunkes in der 22.Spielminute. Im Vorwärtsgang verlor Hunkes die Scheibe an den Torschützen, der alleine auf Marek Pinc zulief und diesen keine Abwehrchance mehr ließ. Somit drehte der HC Mountfield diese Begegnung zu seinen Gunsten bereits zu Beginn dieses Mittelabschnittes. Nach diesem Treffer drückten die Gäste auf das dritte Tor. Die Tiger waren nun völlig von der Rolle, wie schon so oft in dieser Saison im zweiten Drittel. Die Riesenchance vergab dabei Ondřej Veselý, als Marek Pinc seinen Torschuss noch vor der Linie stoppen konnte. Auf der anderen Seite vergaben zunächst Jan Plodek sowie Milan Bartovič den möglichen Ausgleich für die Weißen Tiger. Plodek tauchte vor Roman Turek auf aber sein Torabschluss war zu ungenau und Bartovič lief mit Pavel Kašpařík auf das Tor zu, doch der mitgelaufene Verteidiger versperrte geschickt den Passweg, wodurch Milan Bartovič selbst abschließen musste und scheiterte. Danach kam zum richtigen Zeitpunkt eine Strafe gegen Budějovice, die für etwas Ruhe im Spiel der Weißen Tiger sorgte. In Überzahl konnte man zurück in dieses Spiel finden und erzielte in der 31.Spielminute den Ausgleich durch Andrej Podkonický. Dieser Treffer brachte aber keine Sicherheit im Spiel der Gastgeber. Direkt nach diesem Ausgleichstreffer liefen zwei Spieler der Gäste gegen nur einen Verteidiger auf das Tor. Durch eine ganz starke Parade vereitelte Marek Pinc die erneute Führung der Gäste. In der 32.Spielminute gab es eine doppelte Strafe gegen die Tiger. Nachdem die Schiedsrichter ein unerlaubtes Haken durch Jiří Moravec sahen, wurde auch noch Petr Nedvěd auf die Strafbank verwiesen. Durch eine Undiszipliniertheit des Kapitäns spielte man nun zwei Minuten mit drei Spielern gegen fünf aus České Budějovice. Sofort fanden die Gäste ihre Aufstellung und konnten erneut treffen. Aus der Ferne hielt Petr Gřegořek drauf und überwand Pinc. In der weiteren fast eineinhalb minütigen Überzahl kamen der HC Mountfield aber vorerst zu keinem weiteren Tor. Dies änderte sich nur vier Minuten später. Nach einem unscheinbar aussehenden Schuss durch Jindřich Kotrla auf das Tor von Pinc, unterlief diesem ein folgenschwerer Fehler. Statt den Puck fest zu halten spitzelte er ihn mit der Kelle nach vorne in das Spiel zurück. Tibor Melichárek war schneller als sein Bewacher Richard Jareš und erkannte diese Situation blitzschnell. Mit etwas Glück konnte er die Scheibe am Torhüter vorbeilenken. Somit ebneten sich die Gäste eine gute Ausgangssituation für das Schlussdrittel. Diese verschlechterte sich jedoch zwei Sekunden vor Ablauf des Drittels. Liberec spielte nach einer Strafe gegen Tomáš Vak in Überzahl und Milan Bartovič nutzte die letzte Schussgelegenheit zum Anschlusstreffer.

Dieser Torerfolg war psychologisch sehr wertvoll, denn Liberec kam stürmisch aus der Kabine. Kurz nach Beginn des Schlussdrittels konnten die Weißen Tiger bei eigener 4 gegen 3 Überzahl das Tor zum 4:4 erzielen. Nach einem Abspielfehler durch Petr Nedvěd, erkämpfte sich dieser die Scheibe aber wieder zurück, legte auf Václav Nedorost der Andrej Podkonický bediente. Dieser schloss beherzt ab und überwand Roman Turek. Die Arena wachte nun auf, indem man die Mannschaft weiter nach vorn trieb. Diese Anfeuerungsrufe belohnte das Team durch nun aufopferungsvollen Kampf sowie Leidenschaft. Auch spielerisch waren nun gute Aktionen zu sehen. Eine davon nutzte Pavel Kašpařík zum Führungstor. Überlegt setzte er den Puck über die Schulter von Roman Turek unter die Latte ins Netz. Nun wurden auch die letzten Kritiker aus dem Tiefschlaf entrissen, denn die Stimmung war ab dann sehr gut. Der mögliche sechste Torerfolg an diesem Abend durch Zdeněk Blatný fand keine Anerkennung. Blatný fälschte den Puck zwar in das Tor ab, doch aufgrund eines zu hohen Stocks entschieden die Schiedsrichter nach einem Videobeweis auf kein Tor. Somit blieb das Spiel weiter spannend. Die Vorentscheidung verpasste Milan Bartovič in der 53.Spielminute. Dem Foul durch Petr Gřegořek gegen Bartovič folgte der fällige Penalty. Der gefoulte trat selbst an, scheiterte jedoch am Torhüter. Aus einem Gewühl heraus erzielte der HC Mountfield nur 29 Sekunden später nach diesem Penalty den abermaligen Ausgleich. Petr Sailer war es, der die Scheibe aus kurzer Entfernung an Marek Pinc vorbei über die Linie brachte. In den letzten verbleibenden Minuten wollte keine der beiden Mannschaften einen entscheidenden Fehler machen. Doch wie es im Sport meistens so ist, führen Fehler zu Gegentoren. So geschehen auch heute. Nur 49 Sekunden vor dem Ende brachte Mountfield Verteidiger Lukáš Poživil die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone, wo sie bei Lukáš Derner landete. Dieser zögerte nicht lange und erzielte den Spielentscheidenden sechsten Treffer. Roman Turek war bereits in die andere Ecke unterwegs, wodurch er keine Chance mehr hatte diesen Schuss abzuwehren.

Diese Begegnung versprach alles was der Eishockey Sport ausmacht. Strafzeiten, gute Spielzüge und das wichtigste, viele schöne Tore. Durch diesen Erfolg erarbeiteten sich die Weißen Tiger zwei Matchbälle in den anstehenden Auswärtsspielen. Vermeidet man unnötige Strafzeiten sowie eigene Fehler, können die Fans auf den vorzeitigen Sprung in das Viertelfinale hoffen. Spiel 3 findet somit am 11.02.2010 um 18:10 Uhr in der Budvar Arena statt.

Trainerstimmen:

Filip Pešán (Bílí Tygři Liberec): „Wir haben ein wahnsinniges Spiel gesehen, welches nicht typisch für ein Play-off Spiel war. Elf Tore, das ist wirklich relativ viel für beide Seiten. Das einzige was wir den Jungs nicht vorwerfen dürfen ist die Bemühung das Spiel zu gewinnen. Wir hatten wirklich Glück am Ende, weil es wieder völlig ausgeglichen war. Es hat nicht der Bessere, sondern der Glücklichere gewonnen. Wir können mit unseren Leistungen in dieser Serie nicht zufrieden sein und nach Budějovice müssen wir mit einer anderen Taktik fahren.“

Milan Kupka (České Budějovice): „Es ist für mich ganz schwer das hier jetzt zu kommentieren. Ich denke das wir zwei Drittel ganz gut gespielt haben. Im dritten Drittel haben wir ein paar Ungenauigkeiten gehabt und daraus kamen die individuellen Fehler. Dank dieser konnte Liberec das Spiel noch umdrehen. Trotzdem muss ich die Jungs loben, weil sie bis zum Ende gut gekämpft haben. Wir hatten leider das Glück nicht auf unserer Seite.“

 
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