Liberec steigt als Titelverteidiger in die Play-offs ein.
Lange konnte man nur darüber spekulieren, auf welchen Kontrahenten die Weißen Tiger im bevorstehenden Viertelfinale treffen. Beide Duelle in den Pre-Play-offs gingen über die volle Distanz von fünf Partien, ehe am letzten Sonntag die Entscheidung fiel. Erst spät am Abend, nach einem über anderthalbstündigen Kampf in Ostrava, netzte David Stach in der 95. Minute für seine Indianer zum entscheidenden 2:1 ein. Zwar lag Vítkovice in dieser Serie nach zwei Heimsiegen bereits klar auf Viertelfinalkurs (3:1, 3:2 n.V.), doch der HC Škoda Plzeň bewies Moral, Selbstvertrauen sowie Kampfgeist und schaffte so in den verbleibenden drei Partien doch noch die Wende (5:3, 5:2, 2:1 n.V.). Dabei war Ostrava im entscheidenden Spiel in der Endphase der regulären Spielzeit die "klar bessere" Mannschaft, wie auch Indianer-Assistenztrainer Ladislav Čihák zugeben musste. Die Bierstädter kämpften jedoch aufopferungsvoll und konnten sich auf ihren Goalie Matěj Machovský verlassen. "Für die Spieler war das körperlich fordernd. Beide Mannschaften zeigten kämpferisches Eishockey und wollten weiterkommen. Das Glück war auf unserer Seite, ich denke wir hatten die eine Chance mehr. Wir freuen uns, doch ich muss zugeben, dass beide Teams nah dran waren. Diese Spiele sind wichtig für das tschechische Eishockey", fügte ein glücklicher Co-Trainer Čihák hinzu. "In dieser Serie mögen die Favoritenrollen wahrscheinlich gleich verteilt gewesen sein, nun liegt diese ganz klar bei Liberec. Doch ich denke, wenn wir so spielen wie in den letzten drei Duellen, haben wir eine Chance zu bestehen", blickte Plzeň-Torsteher Machovský voraus. Und der gefeierte Siegtorschütze vom Sonntag, David Stach, zeigte sich nicht weniger selbstbewusst. "Sie sind vermutlich die Besten der Liga, doch die Play-offs sind ein anderer Wettbewerb. Wir haben nichts zu verlieren. Wir fahren mit einem klaren Kopf und ganz sicher unbesorgt dort hin. Ich hoffe mit einem siegreichen Ende", freute sich der 25-jährige Angreifer auf die morgen beginnende Viertelfinalserie gegen den Titelverteidiger aus Liberec.

Die erste Hürde sind die Indianer aus Plzeň.
Der Verlauf der Play-off-Qualifikation hat den Teamgeist der Indianer sicher nachhaltig gestärkt, doch haben diese kräftezehrenden Duelle gewiss auch an der Substanz genagt. Plzeň hat keine vollen drei Tage Zeit gehabt, um sich zu regenerieren, während sich die Weißen Tiger schon seit ihrem letzten Hauptrundenspiel vor elf Tagen mental und physisch auf die Play-offs vorbereiten konnten. Die Jeschkenstädter nutzten diese Pause unter anderem für ein dreitägiges Trainingslager im nahen Frýdlant, wo man Tiger-Coach Filip Pešán zufolge schon letztes Jahr "exzellente Erfahrungen" gemacht hat. "Es geht hier eher darum, mal die Stereotypen aus Liberec, wo wir die ganze Saison über sind, hinter sich zu lassen. Wir haben hier eine hervorragende Unterkunft, gute Erholung und mehr Ruhe", beschrieb Liberec-Verteidiger Martin Ševc den Zweck des Kurzurlaubs im Luxushotel Antonie. Auch das Powerplay, bei dem sich die Jeschkenstädter in der Endphase der Hauptrunde eher schwer taten, stand im Eisstadion Frýdlants auf dem Trainingsprogramm. "Wenn ein Team als Erstplatzierter in die Play-offs geht, ist der Druck immer da. (...) Dieses Jahr haben wir nicht die Individualität erreicht, die jedes Spiel entscheidet. Wir spielen als Team und gut in der Rückwärtsbewegung. Zusätzlich haben wir erstklassige Goalies, was, denke ich, der Schlüssel zum Erfolg ist", fügte der 35-Jährige Ševc hinzu. Für seinen Kapitän Branko Radivojevič werden die Play-offs die letzten Spiele im Trikot der Weißen Tiger sein. Der 36-jährige Slowake kündigte bereits an, dass er nach dieser Saison nicht mehr für Liberec auflaufen wird. Wenn er seine Karriere überhaupt fortsetzt, dann nur im slowakischen Trenčín, wo er mit dem Eishockey begann. "Die Familie kommt zuerst. Die Entscheidung fällt nach der Saison", so der Tiger-Spielführer. "Liberec ist eine perfekt funktionierende Organisation mit einem exzellenten Trainer. Es ist eine Mannschaft, in der ich vielen Spielern wünsche, in Zukunft aufzulaufen", zog unser Kapitän bereits eine positive Bilanz. Wir bedanken uns bei Branko, wünschen ihm nur das Beste für die Zukunft und viel Erfolg für die morgen beginnenden Play-offs.

HC Škoda Plzeň

Grundlegende Informationen zum Gegner

Gründungsjahr: 1929
Vereinsfarben: Blau und Weiß
Webseite: hcskoda.cz
Stadion: HM Aréna (Fassungsvermögen 8.236 Zuschauer)

Trainerstab

Cheftrainer: Martin Straka
Assistenztrainer: Tomáš Vlasák, Jiří Hanzlík und Ladislav Čihák
Torwarttrainer: Rudolf Pejchar
Konditionstrainer: Jaromír Liška
Mannschaftsleiter: Václav Kalina

Aktuelle Statistik in den Generali Play-offs

Stürmer:
David Stach      6 (1+5)
Ondřej Kratěna   4 (3+1)
Tomáš Svoboda    4 (1+3)
Jakub Lev        4 (1+3)
Verteidiger:
Peter Čerešňák   1 (1+0)
David Němeček    1 (0+1)
Petr Kadlec      1 (0+1)
David Sklenička  1 (0+1)
Torhüter:
Matěj Machovský (335 Minuten) - 1,97 Gegentore pro Spiel/Fangquote 93,49 %

Ergebnisse der letzten 5 Spiele

1. Spiel Pre-Play-offs: Vítkovice  vs. Plzeň    3:1
2. Spiel Pre-Play-offs: Vítkovice  vs. Plzeň    3:2 n.V.
3. Spiel Pre-Play-offs: Plzeň vs. Vítkovice     5:3
4. Spiel Pre-Play-offs: Plzeň vs. Vítkovice     5:2
5. Spiel Pre-Play-offs: Vítkovice vs. Plzeň     1:2 n.V.

Bílí Tygři Liberec

Ergebnisse der letzten 5 Spiele

48. Spieltag ELH: Liberec vs. Mountfield HK     2:1
49. Spieltag ELH: Vítkovice vs. Liberec         4:0
50. Spieltag ELH: Liberec vs. Brno              1:2
51. Spieltag ELH: Litvínov vs. Liberec          2:1 n.P.
52. Spieltag ELH: Liberec vs. Mladá Boleslav    4:1 

Ergebnisse in direkten Duellen der Hauptrunde 2016/17

 1. Spieltag ELH: Liberec vs. Plzeň             2:1
14. Spieltag ELH: Plzeň vs. Liberec             0:5 
27. Spieltag ELH: Plzeň vs. Liberec             5:2 
40. Spieltag ELH: Liberec vs. Plzeň             3:1